Unreal aber Wahr! Deutsche Grillmeister der Amateure!!!

Training, Training und nochmals Training

Die letzten Wochen waren kein Zuckerschlecken für die Teammitglieder unseres BARBIEQ Competition Teams, die Ringo’s Stars. An mehreren Wochenenden wurde trainiert, probiert und vor allem auf vieles verzichtet. Grillen bekam da fast schon eine andere Bedeutung. Denn eines war klar, auf den deutschen Grillmeisterschaften in Fulda, sollte ein Platz unter den ersten Zehn her und wenn möglich sogar ein Call auf die Bühne. In der Klasse der Amateure waren 4 Gänge auf den Grills zu zubereiten: Schweinenacken, Fisch, Reh und Dessert. Wenn man die Jury von seinen Gerichten überzeugen will, dann muss alles stimmen, vom Essen, der Geschichte zum Essen, den Tellern bis hin zur Deko. Aber auch die Logistik musste im Vorgang der deutschen Grillmeisterschaften geplant werden, so zum Beispiel das Wettkampfkaro. Zusammengefasst, es wurden etliche Stunden vom Team investiert, um gut vorbereit nach Fulda zu starten.

Tag 1: Anfahrt und Aufbau

Am Freitag dem 02.08.2019 machte sich das Team in zwei Gruppen und vier Fahrzeugen auf den Weg nach Fulda. Denn es galt den Wettkampfbereich für das Wochenende fertig zu stellen. Hier müssen wir nochmal einen großen Dank an Petra Haase von der Colbitzer Brauerei aussprechen, die ihr Versprechen nach dem Gewinn der Landesgrillmeisterschaften wahr gemacht hat und uns mit einem Transporter der Brauerei unterstützte. Alle Fahrzeuge waren bis oben vollgepackt. Gegen 16:00 Uhr war die erste Gruppe vor Ort. Als dann gegen 20:00 Uhr Steffi, Tim und Andy in Fulda eintrafen, war die BARBIEQ Grillarea schon aufgebaut und nur noch unsere kleinen Grillutensilien mussten verstaut und geordnet werden.

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Dann hieß es sich unter das Volk der BBQ-Verrückten zu mischen und sich die anderen Wettkampfstätten anzuschauen. Die Firma Campingaz hatte zur Karibikparty geladen. Die kleinen Weber Lions aus Nordhausen wurden besucht und auch zur BBQ Brew Crew haben wir einen Abstecher gemacht. Am Ende waren aber alle sicherlich froh im Bett zu liegen.

Tag 2: Die Feige Sau kommt nicht aus dem Puschen

Am Samstag ging es dann ab 08:00 Uhr für uns los in Richtung Messegelände in Fulda. Der Tag sollte entspannt anfangen, denn die Abgabe der Gänge war erst für den Abend vorgesehen. Auf die Teambesprechung folgte die Warenausgabe. Die Qualität des Schweinenacken von eatventure und die zwei Rehkeulen war hervorragend. Es war nun Zeit für eine Vielzahl an vorbereitende Aufgaben. Schweinenacken und Reh mussten auf die geplante Zubereitung zugeschnitten werden. Die Beilagen wurden vorbereitet, damit im weiteren Verlauf der Fokus nur noch auf dem Grillen lag. Ab 10:00 Uhr wurden dann die Tore für die Zuschauer geöffnet und der Ansturm begann. Ich glaube keiner von uns hat so viele Zuschauer erwartet, aber das Wetter war für eine Grillmeisterschaft ideal. Das Team hatte während der Mittagszeit ebenfalls die Möglichkeiten sich umzusehen, was die unterschiedlichen Firmen und Aussteller so alles im aktuellen Portfolio dabei hatten. Unser Stand wurde abgenommen und GBA Präsident Volker Ehm gab sich ebenfalls bei uns die Ehre.

So langsam nahm die Sache dann Fahrt auf. Doch unsere Vorbereitungen waren gut. Wir hatten genaue Aufgabenpläne für jedes Teammitglied und für jede Uhrzeit erstellt. Die Handgriffe saßen, oftmals lagen wir vor der geplanten Zeit, was den Stressfaktor niedrig hielt. Unsere Nachbarn kamen oft vorbei und sagten, bei euch ist alles so entspannt. War es auch. Doch die Anspannung lauert hinter allen Ecken. Der Schweinenacken-Gang stand an. Die Beilagen funktionierten. Nur unser Schweinenacken, den wir zu einer Rolle mit Feigen verarbeitet hatten, kam nicht aus dem Puschen. Bei indirekter Hitze im Big Green Egg und geregelter Temperatur durch den FlameBoss 400 verlief die Entwicklung der Kerntemperatur nun mal so gar nicht nach unseren Vorstellungen. Wir mussten handeln, Anrichteschritte wurden vorgezogen, denn die Zeit drängte. Das zweite Big Green Egg wurde mit eingespannt. Schlussendlich mussten wir das Schwein bei einer leicht niedrigeren Kerntemperatur rausholen als geplant. Unser Teller, sah trotz dessen sehr gut aus.

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Viel Zeit zum Verschnaufen war nicht, denn bis zur Abgabe des nächsten Gangs war es nur eine Stunde. Der Tisch musste abgeräumt werden, neue Dekoration drauf, Bestecke abgewaschen werden. Da wir uns für zwei Fischarten entschieden hatten, teilte sich das Team nun in zwei Gruppen auf. Der Seesaibling, der aus unserer Sicht in Bad Langensalza gut funktioniert hatte, wurde mit einer Meerrettichcreme und Süßkartoffel kombiniert. Der Thunfisch der Sushi-Qualität hatte, wurde nur kurz angegrillt. Die Salicorne wurden auf der Feuerplatte zubereitet. Hier merkte man, dass das Training wirklich gegriffen hatte. Alles lief wie am Schnürchen und unser Duett aus dem Meer ging pünktlich raus an die Jury.

Da ich für die Tischjury zuständig war und unsere Gerichte der Jury erläuterte, habe ich immer versucht, die Gesten und die Stimmung der Jury zu erfassen. Kurze Gespräche mit den Gastbeisitzern, die jede Jury hatte, zeigten der Jury scheint es geschmeckt zu haben. Als wir uns dann die Gerichte der anderen Mannschaften angeschaut hatten, wussten wir, verstecken brauchen wir uns nicht. Aber wie gut wir mit unseren Gerichten wirklich angekommen waren, davon hatten wir keine Ahnung. Dann hieß es alles klar Schiff machen und um 24:00 Uhr lagen alle im Bett.

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Tag 3: Das Beste kommt immer zum Schluss

Allen im Team war klar, der Sonntag würde gleich richtig in die Vollen gehen. Denn diesmal waren die Abgabezeiten deutlich früher. Unser Rehgang musste um 11:25 Uhr bei der Jury sein und unser Dessertgang um 13:25 Uhr. Aus diesem Grund mussten Ringo, Michi und Basti bereits um 6:00 Uhr los, um die Grills auf Temperatur zu bringen. Unser Rehgang war von den Arbeitsschritten der komplexeste, da auch die meisten Elemente auf den Teller mussten. Aber das Team funktionierte wie fast immer an diesem Wochenende wie ein Uhrwerk. Das Reh ging ebenfalls als Rolle auf das Big Green Egg. Diesmal sollte es mit der Kerntemperatur keine Probleme geben. Der Rosenkohl wurde gegrillt und gefüllt. Lediglich bei den Kartoffel-Sellerie-Birne Stampfnocken mussten wir kleine Hindernisse überschreiten, was aber letztendlich kein Problem war. Unser Highlight für diesen Gang war sicherlich das Fichtennadelpesto. Nachdem die Jury bei uns durch war, haben wir noch etwas an die Zuschauer ausgegeben und diese waren durchweg begeistert.

Zurück zum Gang, das Anrichten funktionierte sehr gut, so dass wir sogar ein fehlendes Element noch in der Zeit einbauen konnten und die Jury den Gang pünktlich zum Kosten bekam. Als die Jury unseren Bereich verließ, gab es sogar einen Schulterklopfer. Hmm, scheint geschmeckt zu haben. Da nun zwischen dem, Dessertgang die Profis noch den Veggie-Gang zubereiten mussten, konnten wir den Zuschauern noch unseren Rehgang erläutern und uns langsam auf den letzten Gang vorbereiten.

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Unser Dessert stand schon im September 2018 fest. Denn mit diesem Dessert wurden die Ringo’s Stars Landesgrillmeister. Schokokuchen mit Brückentrüffelkern und gebeeften Gin-Pfirsich. Der Name war aber zu lang, so dass er nun in Charlie Brown und Peaches getauft wurde. Man merkte förmlich wie das Team jetzt beim Dessert nochmal richtig performen wollte. Denn jeder wusste dieser Gang ist sehr lecker. Auch hier liefen die Arbeitsschritte sehr gut zusammen. Unser Schokokuchen brauchte etwas mehr Zeit, damit der Kern den optimalen Zustand hatte, aber am Ende waren wir genau in der Zeit. Die Anspannung fiel langsam ab und ich hatte wieder das Vergnügen, die Jury zu informieren. Danach konnte ich einige Wortfetzen hören und es schien so, als ob wir mit unserem Dessert wieder ins Schwarze getroffen hatten. Aber sicher sein konnte man sich eh nie und man wusste auch nicht wie gut die anderen waren. Allgemein galt, dass der Dessertgang der stärkste Gang von allen Teams war.

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Die Zeit bis zur Siegerehrung war lang

Es war Zeit zum aufräumen, abwaschen aber auch ausruhen und ein wenig die Kreationen der Konkurrenz zu begutachten. Unsere Nachbarn die Berlin BBQ Brothers schauten vorbei und gaben uns eine Kostprobe ihres Desserts. Verdammt, war das gut. Dann haben wir unsere restlichen Lebensmittel für die Zuschauer vergrillt. Neben Reh gab es noch etwas Thunfisch, Salicorne, Rosenkohl-Bacon Spieße und Süßkartoffeln von der Feuerplatte. Unser Stand war sehr gut mit Zuschauern besucht. Dann folgte ein absolutes Highlight. Alle Jurymitglieder zogen an allen Teambereichen vorbei. Es müssen über einhundert Jurymitglieder gewesen sein. Einige Jurymitglieder, die bei uns Tischjuroren waren, blieben vor unserem Stand stehen und zogen ihre Hüte. Da bekam ich erstmals Gänsehaut.

Aber es war noch Zeit bis zur Siegerehrung und es gab weiterhin Publikumsverkehr und auch die Jury mischte sich unter das Volk. Auf einmal standen eine Frau und ein Mann vor unserem Stand und schauten unser Dessert an. Beide waren Jurymitglieder und die Frau sagte zu mir: „Der Schokokuchen war nicht gut“, Mist dachte ich mir, doch der Satz war noch nicht zu Ende, es folgte: „Der Schokokuchen war Weltklasse“. Hui, das ging runter und ich musste es sofort dem Team erzählen. Olaf unser Jurymarshall von den Landesmeisterschaften kam nochmal vorbei, konnte leider aber nicht bis zur Siegerehrung bleiben. Die Zeit war dann rum und das Team setzte sich mit Lutz Steglich (Jurymitglied der Landesgrillmeisterschaften) in Richtung Bühne in Bewegung. Die Anspannung war leicht spürbar.

Die Siegerehrung

Nachdem der Feuer und Flair Pokal vergeben wurde, ging die Siegerehrung los und zwar mit dem Schweinenackengang. Der Gang der unserer Meinung nach am schwächsten gelungen war. Auf den Plätzen 10 bis 4 wurden wir nicht genannt. Verdammt, hatten wir diesen Gang total verkackt? Nein, denn dann wurden wir auf die Bühne gerufen und konnten sogar Platz 2 erringen, hinter unseren Nachbarn den Berlin BBQ Brothers. Ziel Nummer 1 war somit erreicht. Beim Gang Fisch wurden wir auf Platz 4 aufgerufen. Super wir waren vorn mit dabei. Beim Rehgang viel der Name Ringo’s Stars wieder nicht zwischen Platz 10 und 4 und schon mussten wir auf die Bühne und konnten den Pokal für Platz 3 abholen. Prima noch ein Pokal. Und dann kam der Dessertgang. Mir war klar sollten wir vorn dabei sein, dann waren wir auch in der Gesamtwertung mit in der Spitze. Wieder wurden wir nicht zwischen Platz 10 und 4 ausgerufen und wieder sollten wir auf die Bühne kommen. Als wir dann diesen Gang gewinnen konnten, war der Jubel groß. Was noch fehlte war die Gesamtwertung. Hier wurden die Brandstifter, die Berlin BBQ Brothers und unser Team auf die Bühne gerufen. Diesmal ging das gesamte Team auf die Bühne.

Die Berlin BBQ Brothers hatten im Schweinenacken- und im Rehgang den ersten Platz und beim Dessert den zweiten Platz erhalten. Lediglich beim Fisch waren sie nicht vorn platziert. Los ging es: Platz 3, die Brandstifter. Wahnsinn wir sind mindestens Zweiter. Dann Platz 2, die Berlin BBQ Brothers und somit Deutscher Grillmeister der Amateure die Ringo’s Stars. Wahnsinn der Jubel kannte keine Grenzen, ich musste mich erstmal sammeln, es war unreal. Klar stellt man sich vor der Meisterschaft die Frage: Was ist, wenn wir Deutscher Meister werden? Aber nun war es Realität. Wir bekamen den Pokal und zusätzlich den Helmut Jurende Wanderpokal, auf dem sich Größen wie die aktuellen Weltmeister die BBQ Wiesel und das S.W.A.T Team oder Wild West BBQ verewigt haben. Unglaublich wir stehen in einer Reihe mit diesen BBQ Helden.

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Es wurden Fotos von der Presse gemacht und als wir die Bühne verließen, wurden wir von Sophie von Petromax in Empfang genommen. Dann mussten wir alles erstmal realisieren und es wurde gejubelt, Tränen flossen, es wurde gefeiert und der Sieg begossen. Wir machten mit unseren Pokalen noch einen Abstecher zu Petromax, wo wir mit Jonas dem Chef von Petromax noch ein paar Fotos machten. Auf dem Weg zu unserem Stand gab es dann viel Zuspruch und für mich zwei absolute Highlights. Einer unserer Juroren hielt uns an und sagte uns: „Das war das beste Reh was ich in meinem Leben gegessen habe, das war Sterneküche“. Das ging runter wie Öl. Ich durfte den Helmut Jurende Pokal nach Hause tragen und als wir auf dem Weg zu unserem Stand einbogen, kamen alle anderen Teams nach vorn applaudierten und gratulierten. Ein absoluter Gänsehautmoment und ich denke jeder von uns realisierte in diesem Moment, wir haben etwas historisches geschafft.

Zum ersten Mal ging nämlich einer der beiden Grillmeistertitel in die ostdeutschen Bundesländer. Wir waren das erste Mal am Start und wir konnten den Titel holen. Ein Team indem die Mädels einen sehr sehr großen Anteil am Gelingen der Gerichte haben, die vor einem Jahr beim Grillen eher unterstützt haben und nun an der Spitze stehen. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden.

Am Ende gilt unser Dank unseren Partnern, ohne die dieser Titel nicht möglich gewesen wäre. Vielen Dank an Broil King, Big Green Egg, Spicebar, Otto Wilde Grillers, Dick Messer, Feuermeister, McBrikett, eatventure, die Firma eingebrand, Luma Delikatessen insbesondere an Nils sowie der Colbitzer Heidebrauerei und Petra Haase.

Ganz zum Schluss haben wir aber auch eine traurige Nachricht. Aufgrund des Gewinnes des Deutschen Grillmeistertitels der Amateure ist ein sofortiger Wechsel in die Profiklasse passiert. Da die 2. Landesgrillmeisterschaften Sachsen-Anhalt jedoch eine reine Amateur Meisterschaft ist, werden die Ringo’s Stars ihren Titel nicht verteidigen können. Trotzdessen wird man die Teammitglieder aber sicherlich auf der Meisterschaft in Colbitz antreffen und nette Gespräche führen können.

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